
Warum Entwicklungsländer?
Biomass-to-Liquid (BtL) und Power-to-Liquid (PtL)-Technologien bieten Ländern des Globalen Südens eine einzigartige Möglichkeit, erneuerbare Kraftstoffe aus lokalen Biomasseressourcen zu gewinnen sowie die Kraftstoffe selbst zu nutzen oder zu exportieren. Statt wertvolle Rohstoffe ungenutzt zu lassen, können land- und forstwirtschaftliche Abfälle wie z. B. Holzabfälle, Erntereste oder Nussschalen und biogenes CO₂, das in großen Mengen anfällin klimafreundliche Treibstoffe umgewandelt werden. Außerdem herrschen in Ländern des globalen Südens häufig hervorragende Bedingungen, um erneuerbaren Strom in großen Mengen und zu niedrigen Kosten zu erzeugen.

Durch den Bau von BtL/PtL-Anlagen entstehen neue Arbeitsplätze in Landwirtschaft, Logistik und Industrie. Gleichzeitig wird langfristig die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen reduziert, da synthetische Rohstoffe eine klimaverträgliche Alternative zu Kerosin oder Diesel darstellen. Die jeweiligen Länder können sich als Lieferanten für grüne Kraftstoffe positionieren und neue Exportmöglichkeiten erschließen. Gleichzeitig wird damit ein Problem des Globalen Nordens gelöst, der auch künftig auf Energieimporte in Form von Treibstoff angewiesen sein wird. Was heute in Form von fossilem Rohöl aus OPEC-Staaten nach Europa kommt, kann künftig als synthetischer Rohstoff aus Ländern des Globalen Südens bezogen werden. Die verpflichtenden, ansteigenden Beimischungsquoten für klimaverträgliche Flugkraftstoffe in Europa gewährleisten eine langfristige und wachsende Nachfrage nach diesen Energieträgern.
Wir bei Solarbelt unterstützen diesen Wandel durch den Transfer von Know-How für die Synthesetechnologien aus Europa in die Partnerländer. Damit generieren wir eine Win-Win-Situation für europäische Firmen, die ihre Technologien exportieren können, und die Partnerfirmen im Globalen Süden, für die sich neue Geschäftsmodelle ergeben.
Biomass-to-Liquid eignet sich sehr gut als Einstiegstechnologie und bereitet den Weg vor für Power-to-Liquid, wenn in dem entsprechenden Land ausreichend grüner Strom verfügbar sein wird. In beiden Produktionspfaden wird aus Synthesegas Rohöl gewonnen - dieser Technologieteil ist dann also schon im Lande. Lediglich die Produktion des Synthesegases ist in beiden Technologierouten unterschiedlich und kann implementiert werden, sobald das entsprechende Land seine Bewohner und Industrie ausreichend mit grünem Strom versorgen kann und somit reif für PtL ist.
In Ländern, in denen bereits heute große Mengen erneuerbaren Stroms im Netz zur Verfügung stehen, kann auch ein Direkteinstieg in eine PtL-Produktion sinnvoll sein.

Mit der richtigen Planung und Verantwortung wird aus lokalen Reststoffen eine wertvolle Ressource – für eine starke Wirtschaft, eine saubere Umwelt und eine sichere Energiezukunft.